Die Landschaft – eine Nachvermessung

Die Landschaft verbinden viele mit einem nostalgisch angehauchten Vorstellungsmodell. Längst aber ist die Landschaft, die wir oftmals mit ´Natur´ gleichsetzen, Teil einer linear vermessenen Ordnung, die wir als konträr zur romantisierenden Sichtweise betrachten. Dabei entspringt unsere moderne Sichtweise genau dieser Zeit. Caspar David Friedrichs Landschaften etwa beruhen auf exakten Konstruktionen und suggerieren zugleich eine vom Künstler berechnete Sinnlichkeit. Diesem Zwiespalt, der sich in unserem aktuellen Verhältnis zur Landschaft dramatisch gesteigert wiederspiegelt, geht Martin Oswald in seinen Bildern nach.

Dabei entstehen oft Bilder zu anderen – meist fotografischen – Bildern, die als selbst schon vorgeprägte Ansichten das Material zur künstlerischen Auseinandersetzung bieten. Das Ergebnis dieser „Nachvermessung“ ist ein Pendeln zwischen Fortführung, Verführung und Dekonstruktion.

Ausgangspunkt sind für Martin Oswald ausgiebige zeichnerische Studien in der Landschaft selbst, die immer wieder als Subtext in die Bildwelt mit einfließen. Dass dabei, mehr intuitiv denn absichtsvoll, wieder ästhetisch anmutende Werke entstehen, nimmt der Künstler als gegeben gerne hin: Die Landschaft ist in uns, wir können uns ihrer nicht entziehen.

Ausstellungsdauer: 25. März bis 8. Juni 2022

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